radio96acht Bonn : 5. Geburtstag - Durchgehalten
Geburtstag

Durchgehalten

Unzählige Mitarbeiter haben in den vergangenen Jahren den Sender geprägt. Manche haben es länger bei uns ausgehalten, andere waren nur wenige Wochen im Team dabei. Vier Leute sind seit dem Sendestart 2005 dabei. Berit Griebenow, Mathis Kurrat, Christian Mack und Dominik Gaida ziehen ihr persönliches Fazit aus 5 Jahren Bonner Uniradio.



Berit Griebenow Berit Griebenow

Dabei seit März 2005 und heute als Moderatorin und Leitende Redakteurin Online aktiv



"Ich soll hier ein Fazit ziehen aus 5 Jahren Bonner Uniradio. Das kann ich nicht, denn das hieße für mich, dass unsere gemeinsame Zeit jetzt schon zu Ende geht. Und das passiert noch früh genug, in ein paar Monaten müssen die „Alten“ unter uns ihren Studentenausweis abgeben und dann werden wir uns auch hier zurückziehen müssen.



Ich ziehe ein Zwischenfazit: Radio ist ein geiles Medium. Und Radio 96 Acht Bonn hat mir viel gegeben in den letzten Jahren. Und ich ziehe den Hut – vor denen, die mit mir zusammen die 5 Jahre durchgehalten haben und denen, die uns ein Stück Weg begleitet haben. Ich habe bei Radio 96 Acht Bonn viel gelernt – über die Arbeit ‚in den Medien‘ und über mich. Ich habe tolle Leute – Freunde – kennengelernt und Profis über die Schulter gucken dürfen.



Wir haben zusammen die Nächte durchgemacht. On air und off air. Wir haben zusammen geplant, rumgesponnen, Konzepte entwickelt und wieder verworfen, gelacht, gefeiert, gegessen. Wir haben getrunken, uns gemeinsam fortgebildet und unterstützt. Wir haben mit Bürokratie und Formularen gekämpft, die Uni fürs Radio geschwänzt und sogar zusammen geweint. Und wir haben vor allem eines gemacht: Radio. Richtig gutes Radio. Und warum haben wir das gemacht. Weil wir es können. Jetzt. Dank Radio 96 Acht Bonn. Ach jetzt ist es wieder emotionaler geworden als ich es wollte. Spielen wir mal Musik. Ach so, das ist hier online, nicht on air."



Dominik Gaida Dominik Gaida

Dabei seit Februar 2005 und heute als Moderator und Stellvertretender Chefredakteur tätig



"Fünf Jahre? Kinder, wie die Zeit vergeht! Klar, abgelutschter Spruch aber in diesem Fall wirklich war. Wir sind seit fünf Jahren auf Sendung. Was ist in diesen Jahren alles passiert? Nachrichtlich, Persönlich? In meinem Leben jedenfalls ne ganze Menge, dass kann man sagen. Und einen großen Teil der "Schuld" daran trifft sicher auch RADIO 96 ACHT Bonn.



Angefangen völlig ohne weitere Überlegungen. Wollte ich überhaupt Radio machen? Klar war da mal so ein Schulpraktikum, aber reicht das? Doch schon nach wenigen Wochen war für mich klar: Ich wollte bleiben. Zumindest während des Studiums. Schnell fanden sich neue Freunde, Menschen, mit denen man durch dick und dünn gehen kann. Und mit denen man sich über ein gemeinsames Interesse unterhalten kann, nämlich das Radio!



Jetzt, wo sich meine Zeit beim Sender langsam aber sicher dem Ende nähert blicke ich wehmütig auf die letzten fünf Jahre zurück, denn bald wird es Abschied nehmen heißen. Gott sei dank haben wir ja mittlerweile das "2.0-Zeitalter" erreicht, so dass man über Facebook, ICQ und eMail weiter Kontakt halten kann. Und ich werde das auf jedenfall tun, darauf könnt ihr euch verlassen! Denn im Rückblick waren die letzten fünf Jahre die wichtigsten in meinem Leben; neben beruflicher Perspektive, gab mir der Sender auch immer die Sicherheit einen Angelpunkt während des Studiums zu haben, an den ich auch in den unruhigen Stunden zurückkehren konnte. Das werde ich nie vergessen!"



Christian Mack Christian Mack

Dabei seit Sommer 2005 arbeitet heute als Moderator und Stellvertretender Chefredakteur

"Ich wollte das nicht. Und schon gar nicht so lange!

Rückblick, 2005: Nach absolviertem Dienst an der alten Frau (damals noch 10 Monate) und Abitur im Jahr zuvor suche ich eine Möglichkeit die Zeit bis zur Rente zu überbrücken. Dass es „was mit Medien“ sein soll, ist mir dabei als Einziges klar. Dass Gott davor ein Hochschulstudium gesetzt hat auch. Allerdings hätte ich vor 5 Jahren noch gedacht, dass die Arbeit bei einer Zeitung das Richtige für mich wäre und dass der Weg dorthin über ein Journalistik-Diplom in Dortmund führen würde. Unter diesen Prämissen habe ich vor 5 Jahren also ein 8-wöchiges Medienpraktikum gesucht – damals neben einem passablen Numerus Clausus Aufnahmevoraussetzung für die TU Dortmund und das Journalistik-Diplom.



Am Ende bin ich an der Uni Bonn und somit bei RADIO 96 ACHT gelandet. Aus 8 Wochen wurden 5 Jahre, in denen die Begeisterung fürs Radiomachen nach und gewachsen ist. Aus einem Journalistik-Studium wurde eins der Geschichtswissenschaft. Aus einem Diplom wurde (oder wird hoffentlich bald) ein Magister.



5 Jahre RADIO 96 ACHT Bonn sind viel und 5 Jahre Mitarbeit bei einem Uniradio eine Seltenheit. Das wurde mir schnell klar. Während andere Campusradios ihre Chefredaktion quartalsweise neu besetzten, hatte ich zusammen mit meinen Kollegen (siehe über und unter mir auf dieser Website) die einzigartige Möglichkeit ein Campusradio rein von Studenten für Studenten zu entwickeln, zu erhalten und immer wieder aufs Neue zu verbessern. Und dabei hat uns kein Institut der Uni, kein Geld aus dem Sozialbeitrag der Studierenden und kein Medienunternehmen unterstützt. Das haben wir alles alleine geschafft. Und deshalb waren 5 Jahre RADIO 96 ACHT Bonn auch so lehrreich und unterhaltsam.



Natürlich gehöre ich, gehören wir, mit 5 Jahren Uniradioerfahrung zu den Dinosauriern und Auslaufmodellen im universitären Betrieb. Spätestens seit dem das Wort „Bologna“ für Studierende im ganzen Bundesgebiet auch Abseits der Mensaspeisekarte an Relevanz gewonnen hat, sind 5 Jahre außeruniversitäres Engagement undenkbar geworden – so lange dauert schließlich in der Regel keine Bachelor-/Masterkarriere. Zum Glück für mich konnte ich aber in Bonn noch ein Magisterstudium beginnen, das mir die Zeit gelassen hat, mich im Bereich Hörfunk auszutoben und dort unersetzbare Erfahrungen zu sammeln.



Auch menschlich haben mich 5 Jahre RADIO 96 ACHT Bonn geprägt. Ich habe mehr neue Gesichter kennen gelernt, als im gleichen Zeitraum (gemessen in Semestern) an der Uni möglich gewesen wäre. In viele der Gesichter habe ich nur kurz geblickt, aber einige wenige begleiten mich schon lange oder gar die gesamten 5 Jahre. Und ich werde sie auch nach dem Studienabschluss und dem damit unvermeidbaren Ende meiner Zeit bei RADIO 96 ACHT Bonn sehen: Bei anderen Sendern als Kollegen, aber auch abends nach der Arbeit als Freunde.



Danke zu hoher NC in Dortmund, danke RADIO 96 ACHT Bonn!"



Mathis Kurrat Mathis Kurrat

Dabei seit 2002 arbeitet heute als Chefredakteur



"Fünf Jahre. So lang ist das jetzt schon her, dass wir mit unserem kleinen, beschaulichen Sender in die Luft (also on Air) gegangen sind? Kinder, wie die Zeit vergeht. Ich kann mich noch erinnern, als wäre es gestern gewesen (naja, vielleicht auch vorgestern oder letzte Woche, denn es ist ja, obwohl es rückblickend so schnell ging, doch ganz schön viel passiert), wie wir unser Sendestudio in der Nassestraße 15 eingerichtet haben und wie wir bereits vor dem eigentlichen Sendestart mit einer "Testsendung" auf UKW zu hören waren, die eigentlich noch irgendwo im Nichts versiegen sollte.



Wenn man aber die Geschichte von RADIO 96 ACHT Bonn betrachten will, dann muss man im Grunde weiter zurückblicken als diese fünf Jahre, die wir jetzt live auf UKW zu hören sind.

Meine Geschichte beginnt im Dezember 2001. Ich war gerade einmal 2 Monate an der Uni und bin über eine "Informationsveranstaltung Uniradio", die von der neu eingestellten Professorin für Medienwissenschaften Caja Thimm am Institut für Kommunikationsforschung und Phonetik (später hieß es dann mal IFK, inzwischen ist es so gut wie aufgelöst) abgehalten wurde, besser gesagt über einen kleinen Haufen Radioverrückter, die so gar nicht von dem begeistert waren, was da so vorgetragen wurde, zu Studio Eins gekommen. (Für die, die es nicht wissen: Studio Eins ist mehr oder weniger die Mutter von RADIO 96 ACHT Bonn, eine Radiowerkstatt in Königswinter.) Dort verfolgte man die Idee eines dauerhaft live sendenden Uniradios schon seit Jahren, zu diesem Zeitpunkt jedoch noch mit nur mäßigem Erfolg.



Das änderte sich natürlich schlagartig, als ich dazustieß. (Nicht wirklich)

Was es jedoch gab, waren Live-Projekte, in denen dann zwei Wochen im Jahr live gesendet wurde. So ein Projekt stand gerade an, als ich zum Radio kam. Ich machte mit und schon war ich gefangen und bin nicht mehr davon los gekommen.



Was folgte, waren einige Jahre, in denen ich viel lernte und dann auch immer mehr Verantwortung übernahm bis ich schließlich Vorsitzender dieses tollen Vereins wurde. Wir verhandelten mit anderen Radiogruppen (die der Universität etwas näher standen als unsere) über Frequenzen, Lizenzen, Sendezeiten und so weiter und so fort. Es waren einige harte Verhandlungen nötig und es gab immer wieder Menschen, die uns Steine in den Weg zu legen versuchten. (Man kann sich das kaum vorstellen, wie viele Tage wir uns in Konferenzräumen um die Ohren geschlagen haben um das alles zu erreichen...) Das hat uns aber nicht aufgehalten, an unserem Ziel festzuhalten. Und das Ziel war, ein dauerhaft live sendendes Uniradio in Bonn zu etablieren.



Nun könnte man meinen, dass wir vor 5 Jahren ja dann schon am Ziel waren. Das dachten wir auch, aber wie so oft im Leben ist es erst vorbei, wenn es vorbei ist. Denn wer aufhört, sich zu entwickeln hat bereits aufgehört, gut zu sein. Und das ist es eigentlich, was der Vorstand seit dem Sendestart tut. Entwickeln.

Dabei entwickelt sich nicht nur das Programm weiter, klingt inzwischen viel erwachsener als noch 2005, auch die Menschen haben sich weiterentwickelt. Jeder auf seine Art und Weise.



Jetzt schaut man auf diese Seite hier und erkennt, dass nur ein paar Wenige wirklich seit Anfang an dabei sind. Das liegt selbstverständlich auch in der Natur der Sache eines studentischen Uniradios. Seit dem 9. Juli 2005 haben wir etliche hundert (die genauen Zahlen habe ich nicht im Kopf) Praktis ausgebildet, von den wenigsten kenne ich ehrlich gesagt noch den Namen aber ich möchte mich bei Allen bedanken, die ihr Engagement mit eingebracht haben und dafür gesorgt haben, dass dieses Projekt funktioniert.



Besonderer Dank gilt allerdings der aktuellen Vorstandsrige, die den Laden wirklich exzellent am Laufen hält. Wir haben zusammen schon viel erlebt, schon viel gestritten und auch viel gelacht.



Und ich möchte mich bei einem Menschen bedanken, der das vielleicht von über uns liest. (Jetzt muss ich aufpassen, dass ich nicht melancholisch werde.) Wenn es ein Leben nach dem Tod gibt, findet er auf jeden Fall Mittel und Wege sich regelmäßig unsere Homepage anzuschauen. Ich möchte Ralf danken, ohne den keiner von uns hier gelandet wäre und, da bin ich mir sicher, ohne den es in Bonn kein Uniradio gäbe. Denn wenn die oben erwähnten Steine im Weg lagen hat er sie mit eisernem Willen zerschmettert und dafür gesorgt, dass die Anderen sich nicht den Mut nehmen lassen. Vieles, was mir heute nützt, sowohl bei RADIO 96 ACHT als auch im alltäglichen Leben, habe ich von ihm gelernt. Auch wenn es nicht immer leicht war, mit ihm auszukommen, es war mir eine Ehre es zu versuchen.

Jetzt bin ich ja doch etwas melancholisch geworden.



Habe ich noch was vergessen? Bestimmt, aber wenn ich alles, was ich mit und bei RADIO 96 ACHT Bonn erlebt habe, aufschreiben wollte, dann wäre dieser Text wahrscheinlich erst zum 10-jährigen Geburtstag fertig. Deswegen lass ich es jetzt mal Gut sein.



Bleibt nur noch, dem Sender noch viele weitere erfolgreiche Jahre zu wünschen. Und so lange ich kann, bin ich auch noch dabei.



Ganz zum Schluss möchte ich noch eines loswerden: Respekt! Respekt, dass Du es geschafft hast, bis hier hin zu lesen und nicht schon vorher aufgegeben hast..."