Mehr Sicherheit für Pützchen
Jedes Jahr versammeln sich zahlreiche Schausteller auf dem Gelände rund um den Holzlarer Weg und laden somit täglich rund 220.000 Besucher ein, sich mehrere Tage lang auf verschiedenen Fahrgeschäften, an Ess- und Trinkständen und im Bayernzelt zu vergnügen.
Sicherheitsbestimmungen nicht ausreichend
Bislang ist dies stets trotz wachsender Besucherzahlen immer ohne größere Zwischenfälle verlaufen. Doch aufgrund der schrecklichen Ereignisse im Zuge der diesjährigen Loveparade, sowie weiteren Unfällen auf verschiedenen Jahrmärkten, entschlossen sich die Initiatoren zahlreicher Großveranstaltungen zur Überprüfung ihrer Sicherheitskonzepte. So auch die Stadt Bonn als Veranstalter von Pützchens Markt.
Der Bonner Feuerwehrchef Jochen Stein weigerte sich im Zuge der Prüfungen, für das bislang bestehende Sicherheitskonzept die Verantwortung zu tragen und auch Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch forderte eine aus Vertretern aus Marktamt, Straßenverkehrsamt, Feuerwehr, Bauordnungsamt sowie Polizei bestehende Arbeitsgruppe auf, ein neues Sicherheitskonzept zu erstellen.
Zahlreiche Neuerungen
Generell haben sich als Folge der erhöhten Sicherheitsbestimmungen die Dauer, sowie die Öffnungszeiten des Jahrmarkts verändert: erstreckte er sich bisher nur über fünf Tage, werden Gäste dieses Jahr erstmals auch an einem sechsten Tag Gelegenheit zu einem Kirmesbesuch haben. Im Gegenzug dazu wurde die Sperrstunde auf 0 Uhr gelegt. Weiterhin wird die Personenzahl auf dem Gelände beschränkt.
Im Speziellen wurden vor allem Neuerungen bezüglich des Brandschutzes und der Fluchtwege eingeführt: neben ausreichender Breite der Wege sollen auch die Markisen der Verkausstände nur so weit nach vorne ragen dürfen, dass ein Durchkommen von Personen und Einsatzfahrzeugen auch im Ernstfall gewährleistet ist. Des Weiteren wurden an verschiedenen Orten zusätzliche Fluchtwege eingeführt.
Um übertretende Brände zu verhindern, müssen die Stellplätze der Stände ausreichenden Abstand zu Häusern haben. Diese sind teils mit Brandschutzplatten verkleidet und müssen generell schnell zu evakuieren sein.
Änderungen für Schausteller
Die meisten Schausteller können auch nach den neuen Regelungen auf ihre angestammten Stehplätze zurückgreifen; im Falle einer Nichtberücksichtigung werden unter Umständen neue, bisher nicht besetzte Wege, in Betracht gezogen.
Hierzu sollen die Anwohner befragt werden. Zu eventuell aufkommenden Fragen können sich Anwohner und Schausteller noch bis zum 7. September in einem Container der Feuerwehr an der Kreuzung Marktstraße / Holzlarer Weg immer dienstags von 13-16 Uhr sowie donnerstags von 15-18 Uhr beraten lassen.
Besseres Ende als in der Vergangenheit
Dank des neuen Sicherheitskonzepts findet Pützchens Markt dieses Jahr trotz umfassender Diskussionen wie geplant statt – 1892 musste er aufgrund der in Deutschland ausgebrochenen Cholera das erste und einzige Mal in seiner Historie ausfallen.


