radio96acht Bonn : Wiedergutmachung in Berlin
31.12.2011
Sport

Wiedergutmachung in Berlin

Chris Ensminger überragte einmal mehr alle. Foto: Sebastian Derix

Zum Abschluss des Jahres haben die Telekom Baskets Bon noch einmal für bessere Stimmung unter ihren Fans gesorgt. Nach einem spannenden Spiel gewannen sie bei ALBA Berlin mit 86:78. Bester Bonner Schütze war Chris Ensminger mit 20 Punkten (plus zehn Rebounds). Zvonko Buljan flog nach einem Kopfstoß gegen Sven Schultze aus der Halle.

Guter Start für die Gäste

Bonn erwischte in einer mit über 13.000 Zuschauern prall gefüllten Berliner o2-World einen guten Start, während die Gastgeber die Anfangsminuten völlig verschliefen. Schnell lagen die Baskets deutlich vorne (0:6). Die „Albatrosse“ legten dann aber wie aus dem Nichts den offensiven Schalter um - und einen 7:0-Lauf aufs Parkett (7:6). Die spielerischen Highlights boten zwar die Baskets in Form von einem Dreier durch Talor Battle sowie einem Alley-Oop von Tony Gaffney (7:11, 5. Minute), doch konnte dieser Umstand nicht verhindern, dass die Hausherren weiterhin auf Tuchfühlung blieben und nach dem ersten Viertel wieder nah dran waren (19:21).

Den Beginn des zweiten Abschnitts prägten die deutschen Nationalspieler in Reihen ALBA Berlins, Heiko Schaffartzik und Sven Schultze, mit erfolgreichen Dreiern, die Berlin in Führung brachten (25:21). Bonn stellte in der Verteidigung um, machte auf den kleinen Positionen deutlich mehr Druck und eröffnete sich so auf der Gegenseite Chancen, den Rückstand abzutragen. Passenderweise war es Benas Veikalas vorbehalten, mit einem Dreier für die Wende zu sorgen (33:34). Da ALBA bis zur Pause kein geeignetes Mittel gegen die aggressiven rheinländischen Guards fand und defensiv Probleme durch Zvonko Buljan bekam, bauten die Gäste ihre Führung ein Stück weiter aus. Zur Halbzeit lagen die Baskets wieder deutlich vorne (40:46).

Buljan fliegt vom Platz - die Baskets gewinnen dennoch

Erst stark gespielt, dann berechtigt vom Platz geflogen: Zvonko Buljan. Foto: Sebastian Derix
Wie schon zu Beginn der Partie gehörten auch die ersten Minuten der zweiten Hälfte den Baskets. Erst schraubte Talor Battle den Vorsprung mit einem Sprungwurf in den zweistelligen Bereich, dann zwang der Amerikaner Berlin mit einem Dreier zu einer taktischen Auszeit (45:56). Coach Herbert schien in seiner Ansprache die richtigen Worte gefunden zu haben, denn seine Schützlinge verteidigten ab diesem Zeitpunkt weitaus intensiver. Hinzu kam, dass Bonns bis zu diesem Zeitpunkt bester Schütze sich selbst aus dem Spiel nahm. Zvonko Buljan wurde von den Schiedsrichtern nach einem Scharmützel mit Sven Schultze wegen eines Kopfstoßes mit einem Disqualifizierenden Foul bedacht und in die Kabine geschickt. Der Kroate hatte bis zu diesem Zeitpunkt in nur 15 Minuten Einsatzzeit bereits 15 Punkte erzielt. Berlin kam so in die Position, mit Viertelende ausgleichen zu können (62:62).

Der Schlussabschnitt war dann nur in seiner ersten Hälfte spannend. ALBA konnte sich noch einmal eine Führung erobern, dann aber machten die Baskets endgültig ernst. Gut zwei Minuten vor dem Ende fingen sich die Hausherren einen wichtigen Distanztreffer durch Simonas Serapinas (75:78). Berlin konnte in der Folge nicht den Anschluss herstellen und musste bei herunter tickender Uhr taktisch foulen, um zusätzliche Ballgewinne zu generieren. Die Rechnung ging nicht auf, da sich Bonn an der Freiwurflinie keine Blöße gab und den ersten Auswärtssieg eines BBL-Teams während der laufenden Saison in der o2-World in trockene Tücher brachte.

Bester Scorer des Spiels wurde Chris Ensminger. Dem Routinier gelang einmal mehr ein „Double-double“. Der Bonner Center warf 20 Punkte und holte zehn Rebounds. In ausgewiesener Passgeberlaune präsentierte sich in Berlin Aufbauspieler Jared Jordan. Der beste Vorlagenverteiler der Bundesliga beendete die Partie mit neun Punkten und zwölf Assists.

Ensminger überragend - Koch zufrieden

Bester Scorer des gesamten Spiels wurde der älteste Akteur auf dem Parkett. Chris Ensminger gelang einmal mehr ein „Double-double“. Der Bonner Center warf 20 Punkte und holte zehn Rebounds. Zvonko Buljan holte bis zu seinem Aussetzer 15 Punkte, Talor Battle 13, Benas Veikalas und Simonas Serapinas je 12 Zähler.

Baskets-Coach Mike Koch war zufrieden mit der Reaktion, die sein Team nach der Ulm-Pleite zeigte: "Wir haben nach dem Ulm-Spiel unser Spiel analysiert und unseren Gameplan heute sehr gut umgesetzt. Wir konnten immer wieder einige Nadelstiche setzen, die Berlin sicher weh getan haben - auch wenn wir durch einige kleine Fehler unseren eigenen Spielrhythmus gefährdet haben."

Nach nur kurzen Silvesterfeierlichkeiten steht für die Bonner schon das nächste Auswärtsspiel auf dem Programm. Am 2. Januar müssen die Baskets nach Trier. Hochball in der Arena Trier ist um 20 Uhr. Zum nächsten Heimspiel empfangen die Baskets dann am kommenden Sonntag die Artland Dragons (17 Uhr).

Sebastian Derix

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